Der Maulbeerbaum und die Seide

Der Maulbeerbaum und die Seide
Seide ist eine der empfindlichsten und zartesten Fasern in unserer Welt. Kaum jemand weiß, wie sie gewonnen wird oder wie sie überhaupt entsteht. Seide ist tierischen Ursprungs und wird durch das Gespinst der Seidenspinnen- larven erzeugt.
Im alten China war Seide schon ca. 3000 Jahre v.Chr. bekannt. Einer Sage nach, wurde sie dort für die Herstellung der Kleider eines legendären Kaisers genutzt.
Die Seiden- Gewinnung:
Eine der ältesten Kulturpflanzen, die eng mit dem Gummibaum und der Feige verwandt ist, ist der Maulbeerbaum. Er spielte bei der Gewinnung von Seide schon während des 19. Jahrhunderts eine sehr große Rolle.
Bis zu 15 Meter hoch kann der wunderschöne grüne Baum wachsen. Vor ca 120 Jahren diente er in Europa auch der Zucht des Seidenspinners (Bombyx mori.) Das ist ein kleiner, grauer Schmetterling, der deshalb auch “Maulbeerspinner” genannt wird.
In Europa wurden dann, Maulbeerbäume aus subtropischen Gebieten eingeführt, damit ganze Felder und Landschaften für die Produktion von Seide genutzt werden können. Die kleinen Raupen des Seidenspinners ernähren sich von den saftigen grünen Blättern des Maulbeerbaumes bis sie sich dann häuten und verpuppen.
Um den beliebten Seidengarn zu gewinnen wird die verpuppte Raupe des Seidenspinners sogar extra gezüchtet. Die Kokons in denen sich die Raupen befinden werden abgesammelt und gekocht. Dadurch kann man dann die Fasern, in Form von feinen Spinnfäden abwickeln. Diese zarten Fäden können sogar eine Länge von bis zu 1500 Meter haben und sind der wichtigste Rohstoff für die Produktion und Gewinnung von Naturseide.

Die Eigenschaften der Naturseide:
Der feine Kokon der Seidenraupen besteht ganz aus tierischem Protein (Eiweiß). Dies ist auch der Grund dafür, dass die aus diesem rein organischem Kokon gewonnene Seide, nach der Verarbeitung sehr empfindlich auf jegliche Einflüsse der Umwelt ist.
Es ist dadurch sehr wichtig solche Produkte nur mit milden Reinigungsmitteln und am Besten per Hand zu waschen. Naturseide reagiert, wegen der vielen Proteine, sehr stark auf Hitze und kann durch zu hohe Temperaturen beim Waschen oder auch durch ein falsches Waschprogramm, sehr schnell zerstört werden. Auch zulange Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, denn dann kann es sehr leicht passieren das das schöne Kleidungsstück vergilbt. Seide darf auch nie im Trockner getrocknet oder gar geschleudert werden.

Man kann den Seidengarn in drei Arten einteilen:
· Haspel seide- ist der wertvollste Seiden-teil,
· Bourette seide- ist ein wertvoller Abfallstoff
· Schappeseide- sie wird in unterschiedlichen Web-verfahren zum Beispiel als Chiffon, Satin, Taft, Alta und Organza verarbeitet